Was ist Multiple Sklerose (MS)?

MS ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS), deren genaue Ursachen noch unbekannt sind.
Wie auch bei anderen Autoimmunerkrankungen bekämpft der Körper bei einer MS-Erkrankung seine
eigenen Zellen, weil er sie für Eindringlinge hält. Genau genommen baut das Immunsystem des Körpers
bei einer MS-Erkrankung das Myelin im ZNS nach und nach ab.

Bis zu 2,5 Millionen Menschen leiden weltweit unter MS, diese bricht oft zu Beginn
des Erwachsenenalters (zwischen 20 und 40) aus. Bei Frauen ist das MS-Risiko
doppelt so hoch wie bei Männern.
Die Häufigkeit von MS variiert je nach Region. In gemässigten Klimazonen ist die
Inzidenz höher als in äquatorialen Gebieten.
In Europa steigt die MS-Inzidenz von Süden nach Norden kontinuierlich an.
In Österreich leben ungefähr 8.000 bis 10.000 Patienten mit MS. Jeden Tag wird
ein neuer Patient diagnostiziert.

Es gibt vier verschiedene Formen von MS: Schubförmig remittierende MS (RRMS), sekundär progrediente MS (SPMS), primär
progrediente MS (PPMS) und progredient schubförmige MS (PRMS). Bei rund 80% aller MS-Patienten bricht die Erkrankung als
Schubförmig remittierende MS Form aus.

Wie wird MS diagnostiziert?
MS kann nicht anhand eines einzigen Tests diagnostiziert werden. Ziel ist es herauszufinden, ob die Episoden auf eine MS oder
eine andere Störung des ZNS zurückzuführen sind. Die MS-Diagnose basiert auf:

Episoden neurologischer Symptome und Anzeichen, die typisch für einen MS-Schub sind.
Anhand einer Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns und des Rückenmarks können durch MS verursachte
Entzündungen und Narbengewebe im ZNS festgestellt werden.
Liquor wird entnommen und auf MS-typische Marker getestet, um die Diagnose zu bestätigen..
Mit Hilfe der evozierten Potenziale (EP) wird die Leitfähigkeit der Nervenbahnen im ZNS gemessen. Auf diese Weise
können auch demyelinisierte Läsionen entdeckt werden.

Wie wird MS behandelt?
MS kann je nach Krankheitsstadium auf unterschiedliche Weise behandelt werden. So werden z. B. Cortikosteroide eingesetzt, um akute
Schübe zu behandeln. Die krankheitsmodifzierenden Therapien (Disease modifying therapies - DMTs) versuchen den natürlichen Verlauf
der MS durch Veränderung der Immunantwort zu beeinflussen und so die Entzündungsaktivität im Gehirn zu reduzieren. DMTs können
helfen, neue Schübe zu verhindern und den progressiven Verlauf der MS zu verlangsamen. Zudem gibt es Therapien zur Behandlung
der individuellen MS-Symptome.